InviMed - Europäisches Mutterschaftszentrum
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FAQ
» Was ist die Sterilität und wann wird sie erkannt?
» Worauf beruht die Unfruchtbarkeitsdiagnostik?
» Lassen nur die fachlichen Untersuchungen fehlende Ovulation feststellen?
» Auf welche Weise wird die Eileiterdurchgängigkeit untersucht?
» Worauf beruht die Samenanalyse?
» Wie wird die Sterilität behandelt?
» Was ist Insemination?
» Worauf beruhen die Methoden der assistierten Reproduktion?
» Aus welchen Phasen besteht die In-Vitro-Befruchtung?
» Hat die Lebensführung Einfluss auf die Sterilität?


Was ist die Sterilität und wann wird sie erkannt?
Von der Sterilität spricht man, wenn die Frau nach einem Jahr regelmäßiger sexueller Kontakte ohne Verhütungsmittel nicht schwanger wird. Diese Definition bezieht sich natürlich auf das sog. statistische Paar, das sich ein Kind wünscht. Von 100 Paaren, die sich ein Kind wünschen, wird ca. 90% innerhalb von 2 Jahren erfolgreich (80% im ersten Jahr). 10% bildet die Gruppe, bei der die Sterilität festgestellt wurde. Personen, die 35 und insbesondere 40 Jahre alt sind, kommen normalerweise früher als nach einem Jahr der Versuche zur Beratung. Das Alter ist eins der wichtigsten Faktoren, welche die Sterilität verursachen. Was sind die Ursachen der Sterilität?
Man unterscheidet: männliche, weibliche und gemeinsame Sterilität. Die männliche Sterilität bezieht sich gewöhnlich auf senkende Befruchtungsfähigkeit der Spermien. Die weibliche Sterilität ist auf mechanische Ursachen (undurchgängige bzw. fehlerhaft funktionierende Eileiter), hormonale Ursachen (deren Folge fehlende bzw. fehlerhafte Ovulation ist) und immunologische Ursachen. Worauf beruht die immunologische Sterilität?
Es ist ein relativ selten auftretender Zustand, bei dem im weiblichen und/oder männlichen Organismus Immunkörper (Antikörper) entstehen, welche die Spermienaktivität schwächen und den Verlust ihrer Befruchtungsfähigkeit zur Folge haben. Es kann ebenfalls der Implantationsprozess des sich entwickelnden Embryos innerhalb der Gebärmutter bzw. junge Schwangerschaft stören. Die Diagnostik umfasst Untersuchungen unterschiedlicher Antikörpergruppen im Blutserum. Bei der Behandlung werden Impfstoffe aus Serum des Partners und Pharmakotherapie angewendet. In vielen Fällen wird In-Vitro-Befruchtung in Betracht gezogen.

Worauf beruht die Unfruchtbarkeitsdiagnostik?
Es ist eine ganze Reihe von Untersuchungen beider Partner. Die Diagnostik sollte nach Möglichkeit zeitlich beschränkt sein, normalerweise sind das 2 Monatszyklen. In dieser Zeit werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Samenanalyse,
- Hormonanalysen, immunologische Analysen, darunter Test nach dem Geschlechtsverkehr,
- Untersuchung der Ovulation,
- Untersuchung der Durchgängigkeit von Eileitern,
- Endoskopiediagnostik.

Lassen nur die fachlichen Untersuchungen fehlende Ovulation feststellen?
Ein Anzeichen der Ovulation für die Frau ist ein charakteristischer Scheidenschleim vor der Zyklushälftte. Häufig angewandte Temperaturmessungen informieren bloß über das Auftreten der Ovulation an einem bestimmten Tag, sie ermöglichen aber nicht, die Qualität der Ovulation zu beurteilen.

Auf welche Weise wird die Eileiterdurchgängigkeit untersucht?
Diese Untersuchung wird in der ersten Zyklusphase nach der Menstruation und vor der Ovulation durchgeführt. Mit einem im Gebärmutterhals befindlichen Gerät wird ein Kontrastmittel eingespritzt. Kontrastmittel füllt den Gebärmutterhals, - höhle und die Eileiter. In dieser Zeit werden mehrere radiologische Aufnahmen gemacht. Die Eileiterdurchgängigkeit lässt sich auch bei der Laparoskopie visuell beurteilen

Worauf beruht Samenanalyse?
Die Samenanalyse ist die Grunduntersuchung zur Feststellung der männlichen Fertilität. Die Untersuchung wird nach vier Tagen sexueller Enthaltsamkeit durchgeführt.
Zur Untersuchung muss der Mann den Samen liefern, den er während der Masturbation zu Hause oder im Behandlungsraum gewinnt. Der Samen sollte in Körpertemperatur aufbewahrt und möglichst schnell untersucht werden. Wurde der Samen innerhalb von 30 Minuten nicht untersucht, bzw. nicht bei der Temperatur von 37 Grad aufbewahrt, kann ein wesentlicher Teil der Spermien absterben oder ihre Vitalität sinken. Die Samenanalyse dient zur Feststellung von Störungen bezüglich der Anzahl, der Beweglichkeit und der anderen Unregelmäßigkeiten der Spermien und Samenflüssigkeit. Eine verminderte Zahl der Spermien sollte nicht als endgültige Diagnose der Sterilität, sondern als ein Hinweis auf die Probleme mit der Fertilität betrachtet werden. Zur Zeit wird die Anzahl unter 20 Millionen Spermien in Milliliter als Unregelmäßigkeit betrachtet, jedoch ist die Schwangerschaft manchmal auch bei so geringen Mengen möglich.
Test nach dem Geschlechtsverkehr.
Der Test nach dem Geschlechtsverkehr dient zur Beurteilung der Spermienaktivität im Halsschleim in einem gewissen zeitlichen Abstand nach dem Geschlechtsverkehr. Dem Test sollte Samenanalyse vorangehen. Bei dieser Untersuchung wird die Frau gebeten, ca. 10-14 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr am Vortag der erwarteten Ovulation bei dem Arzt vorzusprechen. Der vom Gebärmutterhals gewonnene Schleim wird unter mikroskopisch untersucht. Es wird die Anzahl und die Beweglichkeit der Spermien evaluiert. Das Ergebnis ist negativ, wenn im Schleim keine Spermien vorkommen oder sich die Spermien nicht bewegen. Beim positiven Ergebnis sind mindestens 6 aktive Spermien im Mikroskopblickfeld mit 400-facher Vergrößerung sichtbar. Das Vorkommen von richtigen Anzahl der Spermien, die jedoch unbeweglich sind, kann auf eine immunologische Ursache hindeuten. Die Entzündungsfaktoren sind ebenfalls auszuschließen (Es ist die Aussaat aus dem Gebärmutterhalskanal auszuführen).
Hodenbiopsie.
Manchmal wird im Falle der fehlenden Spermien im Samen und bei normalem Follitropin-Niveau (FSH) Hodenbiopsie durchgeführt, die auf der Entnahme einer Gewebeprobe bei allgemeiner Betäubung beruht, welche anschließend histopathologisch untersucht wird, um Existenz bzw. Mangel der samenerzeugenden Zellen in den Hoden festzustellen.

Wie behandelt man die Sterilität?
Die Sterilitätbehandlung besteht aus einer Menge von Methoden, die der Wiederherstellung der Fertilität beider Partner dienen. Im Falle der Paaren, bei denen die Sterilitätsursache bekannt oder vermutet wird, zielt die Behandlung der Unfruchtbarkeit auf die Veränderung der Unregelmäßigkeit ab. Unter angewendeten Methoden sind folgende zu nennen:
- Verbesserung des allgemeinen gynäkologischen Zustands der Frau,
- Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands des Mannes und seiner Samenqualität,
- Erlangung der Ovulationszyklen,
- Anwendung von Methoden der assistierten Reproduktion.

Was ist die Insemination?
Es ist ein verhältnismäßig einfacher Eingriff. Am Tag der erwarteten Ovulation werden die im Labor aufbereiteten und aktivierten Spermien eingeführt. Die Maßahme ist schmerzfrei. Die Spermien werden mit einem dünnen Katheter direkt in die Gebärmutter eingeführt. Nach einer kurzen Erholung begibt sich die Patientin nach Hause.

Worauf beruhen die Methoden der assistierten Reproduktion?
Bei diesen Methoden, die auch In-Vitro-Befruchtung genannt werden, werden die gewonnenen Eizellen mit den Spermien des Partners außerhalb des Körpers der Frau zusammengebracht. Innerhalb von 24 Stunden sollte zur Fertilisation der Eizellen kommen. Nach einigen Tagen (meistens 2) werden sie, sofern sich die Embryonen gut entwickeln, in die Gebärmutter eingesetzt.

Aus welchen Phasen besteht In-Vitro-Fertilisation?
Diese Methode besteht aus folgenden Etappen:
- Vorbereitung
- Hormonstimulation
- Gewinnung der Eizellen
- Embryologische Etappe
- Embryonenübertragung
- Wartezeit.
Worauf beruht die Vorbereitung?
In dieser Phase werden Laboranalysen für die beiden Partner durchgeführt, um ihren Gesundheitszustand zu ermitteln und die beste In-Vitro-Fertilisationsvariante zu wählen. In dieser Phase fängt man manchmal mit der Einnahme von Unterstützungsmedikamenten an, die dann während des eigentlichen Zyklus hilfreich sind.
Worauf beruht die Hormonstimulation?
Ihr Ziel ist es, Wachstum von entsprechender Anzahl der Bläschen in Eierstöcken zu verursachen. Diesen Zustand erlangt man durch Arzneieinnahme in Form von Injektionen von den ersten Zyklustagen an ungefähr 8-10 Tage lang. In dieser Zeit sprechen die Patientinnen beim Arzt zur Kontrolle vor.
Wie sieht die Eizellenentnahme aus?
Es ist ein verhältnismäßig kurzer Eingriff bei allgemeiner Betäubung. Die Eierstöcke werden mit einer Nadel durch das Scheidengewölbe während der Ultraschaluntersuchung punktiert. In der Bläschenflüssigkeit wird nach Eizellen gesucht. Nach einer kurzen Erholung begibt sich die Patientin nach Hause.
Worauf beruht embryologische Etappe?
Es ist eine Reihe von Labortätigkeiten, die zur Befruchtung und weiterer Embryonenentwicklung führen. In manchen Fällen ist die Mikromanipulation erforderlich, bei der ein einzelnes Spermium in jede Eizelle eingespritzt wird.
Worauf beruht die Embryonenübertragung?
Dieser Eingriff ist eigentlich der Insemination ähnlich. Mit einem speziellen dünnen Katheter werden die Embryonen in die Gebärmutter eingespritzt. Diese Tätigkeit sollte möglichst sensibel ausgeführt werden.
Warum werden ein Paar Embryonen eingeführt?
Weil in der Gebärmutter die meisten Embryonen sich nicht implantieren und können sich daher nicht entwickeln. Um die Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden, werden auf einmal nicht mehr als 2-3 Embryonen eingeführt. Zur Zeit strebt man nach der Beschränkung der Anzahl der einzuführenden Embryonen.
Was passiert während der Wartezeit?
Zu dieser Zeit bekommt die Patientin Medikamente, welche die Implantation und die Entwicklung der Frühschwangerschaft fördern. Nach 10-12 Tagen nach der Embryoneneinführung wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt.

Hat Lebensweise Einfluss auf die Sterilität?
Ja, und dies bezieht sich normalerweise auf Männer. Sitzende Lebensweise, wenig Bewegung, Nikotinismus, schädliche Arbeitsbedingungen (hohe Temperaturen, elektromagnetische Strahlung, Schwermetalle u. ä.), schlechte Ernährungsweise können häufig zu einer so genannten ungeklärten Sterilität beitragen. Das kann ebenfalls die Struktur der Spermien und ihre Beweglichkeit beeinflussen. Bei Frauen hat die Lebensweise kleinere Bedeutung. Einfluss auf die Unfruchtbarkeit haben eher durchgemachte Infektionen der Geburtswege und immunologische Krankheiten.
Der Mann, der fertil sein will, sollte Alkohol, Zigaretten und schädliche Arzneien vermeiden, die die Samenqualität negativ beeinflussen oder sexuelle Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Entsprechende Erholung, körperliche Aktivitäten von mittlerer Intensität, gesunde fettarme Ernährung mit viel Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sind die wichtigsten Empfehlungen. Männer mit Übergewicht sollten abnehmen. Diejenigen, die besonders intensiv trainieren, sollten ein bisschen nachlassen (jedoch nicht aufgeben). Vitamin C verbessert Resorption von solchen Elementen im Verdauungskanal wie: Zink, Kupfer, Kalium, Calcium und verbessert gleichzeitig Lebendigkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien. Sie kann ebenfalls das Zusammenkleben der Spermien verhindern. Vitamin E, Oxidationsinhibitor, verbessert die Fertilität bei Männern mit normaler Spermienzahl und freien Radikalen im Blut und in der Samenflüssigkeit. Vitamin C ist ebenfalls Oxidationsinhibitor. Männer mit niedrigem Zinkspiegel können zusätzlich Zinkpräparate in Tabletten einnehmen. Der Nutzen von Anwendung der Kräuterzubereitungen aus Ginseng wurde nicht nachgewiesen. Man darf die Hoden nicht überhitzen, deswegen sollten Männer eher auf heißes Bad oder Sauna verzichten. Obwohl die aktuellen Forschungsergebnisse keine Fertilitätsstörunggen beim Tragen von enger Unterwäsche oder Hose belegen, kann jedoch das Anziehen von lockeren Kleider nicht schaden. Um die Senkung der Spermienzahl in Ejakulat zu vermeiden, sollte man die Geschlechtsverkehrsanzahl auf einen alle zwei, drei Tage beschränken, ausgenommen Tage der Ovulation der Frau. Laut den aktuellen Forschungen erhöhen die täglichen Geschlechtskontakte, sogar mehrmals täglich, zwei Tage vor und am Tag der Ovulation den Prozentsatz der Schwangerschaften. Obwohl dann die Spermienzahl im Ejakulat verringert ist, hat der ständig erneuerte Vorrat an Spermien bessere Chancen auf das Eindringen in den Schleim und auf die Befruchtung der Eizelle. Bei solcher Betrachtungsweise ist die Befruchtung kein einmaliger sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die Frauen, die eine oder mehrere Schachtel Zigaretten täglich rauchen und solche, die mit dem Rauchen vor dem 18. Lebensjahr angefangen haben, gehören zu der Gruppe des Sterilitätsrisikos. Im Vergleich zu Nichtraucherinnen und Frauen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, haben die Frauen, die 20 Zigaretten am Tag rauchen, 20% weniger Chancen, schwanger zu werden. Zusammenh䮧e wurden ebenfalls zwischen Koffeingenuߠund Sterilit䴠gefunden. Koffein enthält nicht nur Kaffee aber auch Tee, viele kalten Getränke, Schokolade und viele von den oft eingenommenen Arzneien. Alkoholgenuss, sogar in kleinen Mengen (z. B. 5 Drinks pro Woche), kann Fertilitsstörungen und einen schädlichen Einfluss auf die Fetusentwicklung ausüben. Häufige Scheideirrigation kann die Fertilität durch die Störung der Biozönose d. h. die Bakterienzusammensetzung in der Scheide und durch das Risiko der Entzündungen der Geschlechtsteile beeinträchtigen. Sexuelles Verhalten, wie Kontakte mit vielen Partnern, Nichtbenutzung von Kondomen, sexuelle Kontakte während der Menstruation steigern das Risiko der Keiminfektionen, die durch Geschlechtswege verbreitet werden, und kann Bakterienbefall des kleinen Beckens verursachen, was im Endeffekt zur Unfruchtbarkeit oder zur ektopischen Schwangerschaft führen kann.
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